Das neue Qualitätssystem

Ab Oktober 2019 sollen die Pflegeheime halbjährlich interne Qualitätsdaten ihrer Bewohner erheben und an eine Datenauswertungsstelle (DAS) übermitteln. Diese internen Qualitätsdaten werden als Ergebnisindikatoren bezeichnet. Dabei wird erfasst, wie mobil und selbstständig Bewohner sind, wie viele Bewohner wie oft einen Dekubitus bekommen oder haben, wie oft Bewohner stürzen, ob sie unbeabsichtigt Gewicht verlieren und vieles mehr. Nach Übermittlung der Daten werden diese durch die Datenauswertungsstelle auf Plausibilität hin überprüft. Die Einrichtung erhält einen Bericht darüber, ob sie besser oder schlechter als der Durchschnitt ist und Hinweise für Verbesserungsbedarf. Dieser Bericht wird auch an den MDK übermittelt. 

Die externe Bewertung durch den MDK erfolgt weiterhin durch Inaugenscheinnahme der Bewohner und in einem persönlichen Gespräch. Die Dokumentation spielt eine nebengeordnete Rolle. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Fachgespräch mit den Mitarbeitern. Es werden insgesamt 9 Bewohner geprüft, bei 6 Bewohnern wird zur Kontrolle ein Abgleich mit den vom Pflegeheim selbst erhobenen Ergebnisindikatoren gemacht. Die Prüfung dauert ein bis zwei Arbeitstage. 

Im Mittelpunkt der Bewertung stehen bei der MDK-Prüfung Prozessdefizite und Ergebnisdefizite. Prozessdefizite sind z. B. wenn ein Bewohner zu wenig Nahrung zu sich nimmt und darauf nicht reagiert wird. Oder ein Bewohner hat ein Dekubitusrisiko, er wird aber nicht regelmäßig gelagert. Oder eine Bewohnerin mit Demenz zeigt herausforderndes Verhalten und die Einrichtung versucht nicht zu erforschen, welche Ursache das haben könnte. Das sind Prozessdefizite. 
Ergebnisdefizite liegen vor, wenn der Bewohner, der zu wenig isst, bereits unbeabsichtigt Gewicht verloren hat oder der bettlägerige Bewohner bereits einen Dekubitus hat oder die demente Bewohnerin in ihrer Trauer allein gelassen wird. 

Die neue Qualitätsprüfung startet ab 1. November 2019. Regelprüfungen werden einen Tag vorher angekündigt, Anlassprüfungen bleiben unangemeldet. Bis zum 31.12.2020 sollen alle Heime geprüft worden sein, danach im Abstand von einem Jahr. Heime, die gute Indikatorenergebnisse und gute Prüfergebnisse erzielen, sollen alle zwei Jahre geprüft werden.  

Für ambulante Pflegedienste ist Ähnliches geplant, allerdings liegen noch keine genaueren Informationen vor. Die Einführung ist ab 2020 zu erwarten.

Was ändert sich für die Pflegeeinrichtungen?

Die größte Herausforderung ist die Umsetzung der sogenannten halbjährlichen Indikatorenerfassung.

Die Einrichtungen müssen folgendes Fragen beantworten:
Welche Daten werden erfasst? Wie werden sie erfasst?
Von wem? Wie oft werden sie erfasst?

Bei der Beantwortung dieser Fragen und bei der Vorbereitung auf die Ergebniserfassung und deren Durchführung sowie auf die neue Qualitätsprüfung durch den MDK stehen wir Ihnen gerne hilfreich zur Seite.